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Künstler Reiterer

Ausschnitt der Kunstgestaltung Haltestelle Heumarkt Ausschnitt der Kunstgestaltung Haltestelle Heumarkt

Werner Reiterer
Projekt: Ghosttrain „Geisterzug“
Der Entwurf sieht vor, dass eine Art „Geisterzug“ in regelmäßigen Abständen die Strecke der Nord-Süd Stadtbahn befährt. Der Zug wird lediglich durch eine Durchsage angekündigt und durch das Geräusch eines fahrenden Zuges „imitiert“. Das irritierende Moment ist erwünscht. Der Zug fährt nur innerhalb eines bestimmten, verkehrsarmen Zeitfensters. Geplant ist hier eine Taktung in den Abendstunden zwischen 20.00 und 0.00 Uhr. Das Projekt ist sowohl für alle Haltestellen und damit für die gesamte Strecke, als auch nur für eine oder mehrere Teilstrecken/ Haltestellen durchführbar und wurde von Seiten der Jury zur eingleisigen Umsetzung für die Haltestelle Heumarkt empfohlen.

Haltestelle:
Heumarkt (Architekten: Prof. Coersmeier GmbH)

Konzept/Idee:
Mobilität und Geschwindigkeit wird in unserer Zeit großgeschrieben. Auf diese Faktoren baut das gesamte wirtschaftliche wie gesellschaftliche System auf. Öffentlichen Verkehrsbetrieben fällt in der Bereitstellung funktioneller und effizienter kollektiver Mobilität eine wichtige Rolle zu. Umso dringlicher und schlüssiger erscheint es eben deshalb, diese Thematik genau hier in Form eines künstlerischen Projekts zu diskutieren. Ein Geisterzug „spiegelt“ auf ephemere Weise alle zentralen Faktoren von Mobilität wider. Rastlos fährt er im Kreis, er genügt sich selbst, stellt quasi die pure Mobilität dar, ist in einer Möbiusschleife gefangen und kennt keine Haltstellen. Er simuliert „substanzlose Realität“, indem seine Präsenz für die Fahrgäste eine rein akustische und zeitlich sehr, sehr kurze ist. Er existiert und „bewegt“ sich über Mundpropaganda der Fahrgäste fort, hat keinen physischen Aufenthaltsort und will man ihn „sehen“, muss man auf ihn warten oder man fährt mit der Stadtbahn hinterher, dem zeitgeistigen Phantom permanenter Mobilität.

Technische Daten:
Installation eines autarken Soundsystems mit einer Mikrofon- und Lautsprecherkette, die einander zugeordnet werden; Verwendung von magnetisch abgeschirmten und feuchtigskeitsresistenten Lautsprechern.

(oben) Installationsansicht, Kunsthaus Graz, „Auge lutscht Welt“, 2007 (unten)Installationsansicht, 21c Museum Hotel, Louisville, Kentucky, „Ohne Titel“
Werner Reiterer – Leben und Wirken

Werner Reiterer wurde 1964 in Graz geboren und lebt in Wien. 1984 bis 1988 studierte er Grafik an der Akademie der bildenden Künste, Wien (Prof. Maximilian Melcher). Reiterer ist Mitglied des Forum Stadtpark, Graz, der Secession, Wien, sowie des Deutschen Künstlerbundes.

Ausgewählte Ausstellungen/ Auszeichnungen

  • 1992 1. Preis, Internationale Biennale, Kairo
  • 2002 Kunstpreis der Stadt Graz 2002
  • 2003 Preis des Landes Oberösterreich beim 28. Österreichischen Grafikwettbewerb 2003
  • 2004 "Try to learn the universe!", Projekt im öffentlichen Raum, quartier21, Museumsquartier, Wien
  • 2006 "und es bewegt sich doch", Kunstmuseum Bochum
  • 2006 21c Museum Hotel, Louisville, Kentucky
  • 2007 "Eye sucks world", Kunsthaus Graz
  • 2009 Raw Loop, The Contemporary Art Museum, Tampa/ USA

Die Basis des künstlerischen Schaffens von Werner Reiterer bildet die zeitlich nicht begrenzte Grafikserie der „Gezeichneten Ausstellungen“, einer Serie von jeweils 70 x 50 cm großen Bleistiftzeichnungen, die künstlerische Ideen im weitesten Sinn zum Thema hat und 1996 entstand. Interventionen im öffentlichen Raum, Skulpturen, Fotografien und technisch aufwendige Installationen, die meistens den Betrachter aktiv in die Arbeit mit einbinden, gehen aus dieser Zeichenserie, die der Künstler als eine Art „Ideenpool“ bezeichnet, hervor. Da der gesamte künstlerische Ansatz Werner Reiterers sehr nahe am Menschen liegt, können seine Arbeiten auch oft sprechen oder atmen und fordern den Betrachter auf, bestimmte Handlungen zu setzen. Die Werke „verhalten sich auf charakterlicher Ebene“ menschenähnlich. Zudem realisiert und realisierte Reiterer zahlreiche temporäre oder permanente Arbeiten im öffentlichen Raum. Seine Arbeiten vermögen den Raum neu zu definieren. Er bezeichnet diese Wirkung seiner Werke als „einen Platzebo setzen“, also etwas zu simulieren was real nicht existiert.

Einzelausstellungen (Auswahl)

2010 Out Site, Museum moderner Kunst, Wien / EY5, Düsseldorf

2009 Life in a Solution of Death, Galerie Hervé Loevenbruck, Paris / Death in a Solution of Life, Galerie Ursula Krinzinger, Wien / Raw Loop, The Contemporary Art Museum, Tampa/ USA / Galerie Nicolas Krupp, Basel / Turner und Linz, Oberöstereichische Landesgalerie, Linz / Speaker´s Corner - Public Art, Technisches Museum, Wien / Breath, Belevedere, Wien

2008 Raw Loop, The Speed Art Museum, Louisville/ USA

2007 Galerie Michael Cosar, Düsseldorf / The Site Specific Mobiles, Galerie Eugen Lendl, Graz / Eye Sucks World, Kunsthaus, Graz

2006 Meisterwerke, Galerie Nicolas Krupp, Basel / Overbeck Gesellschaft, Lübeck / The Backside of the Brain, NÖ Landesmuseum, St.Pölten / Public art project, 21 C Museum, Louisville, Kentucky/USA

2005 Platzebo, Oberösterreichisches Landesmuseum, Linz / Is this air speaking?, Galerie Hervé Loevenbruck, Paris / Puplic Art Project, Gesellschaft aktueller Kunst, Bremen

2004 Galerie der Erasmus University, Rotterdam / Hello, Good Morning, Thank You, Good Bye!, Kagan Gallery, New York / My brain is your hole, Galerie Ursula Krinzinge, Wien / All Sorrow! All Happyness!, Museum moderner Kunst, Stift Admont / Österreichischer Skulpturenpark, Graz / Kunst am Bau, Fachschule “Marie Curie”, Meran

2003 Die kennen sich! Kennen Sie die?, Kunsthaus Basel-Land, Basel (mit E. Hattan) / Meine Wahrheiten, Galerie Eugen Lendl, Graz / Anfänge der Raumfahrt, Galerie Nicolas Krupp, Basel / How to tickle space, Haus Schreurs, Brüssel

2002 If you´re happy fly! If you´re sad jump!, Galerie Michael Cosar, Düsseldorf

2001 A one man and two hours show, Kunstverein Hannover, Hannover

1999 Trousers for the brain, The Austrian Cultural Institute, London / The Freud Museum, London / P. Faure Gallery, Los Angeles

1998 Homöopathetisch, Staatliches Museum, Schwerin


Gruppenausstellungen (Auswahl)

2010 Kunst im öffentlichen Raum, Rosenheim / Regionale - Barrierefreies Museum, Museum moderner Kunst, Stift Admont

2009 Niet Normal - Difference on Display, Beurs van Berlage, Amsterdam / Best of Austria - Eine Kunstsammlung, Lentos Kunstmuseum, Linz / Airworks – Kunst für einen Tag, Projekt im öffentlichen Raum, Donaulände, Linz / TextBILD MMIX, ein Projekt im öffentlichen Raum Steiermark/steirischer herbst 09 / formuliert. Konvergenzen von Schrift und Bild, Lentos Museum, Linz / Exposition Collective, Galerie Hervé Loevenbruck, Paris / Bergé Collection, Madrid / abc def, Akademie der Künste, Berlin / Die Sammlung Johannes Messner, Künstlerhaus, Graz

2008 Under pain of death - contemporary art on an ongoing reflection, Austrian Cultural Forum, New York / Château de Tokyo/Palais de Fontainebleau, Paris / Re-Reading the Future, Prag Triennale, Nationalgalerie, Prag / Spheres, Galleria Continua/Le Moulin, Boissy-le-Châtel/Frankreich

2007 Yell, 24h of performances and Interventions, 00.00 – 00.01, 17.1.2006, Palais de Tokyo, Paris. Breath / Art Unlimited, Basel / Hard Rock Walzer, Villa Manin, Udine / Everyday Stories, HAU, Athen / Art for fun, Casal Solleric Centre, Palma de Mallorca / Total Museum of Contemporary Art, Seoul / Invisible/Invincible, Curators without borders, Berlin

2006 Und sie bewegt sich doch..., Kunstmuseum, Bochum / Joy, Casino Luxembourg, Forum d´art contemporain, Luxembourg / One second one year, Palais de Tokyo, Paris / Sonambiente 06, Akademie der Künste, Berlin / PubliCity – Designing the Truth, Kunst im öffentlichen Raum, Duisburg / Seitenwechsel, Kunst im öffentlichen Raum, Hannover / Déjà 5 ans seulement!, Galerie Hervé Loevenbruck Gallery, Paris / Bêtes de style, mudac, Musée de design et d'arts appliqués contemporains, Lausanne / SURreal - Aspekte des Figuralen aus der Sammlung, Museum der Moderne, Salzburg

2005 OK/OKAY, Swiss Institute, New York und Grey Art Gallery, New York / Bewegliche Teile, Tinguely Museum, Basel / Nothingness, Galerie Podnar, Laibach / Attention à la marche, La Galerie, Centre d'art contemporain, Noisy-le-Sec / Coloured Enviromental Design, Stedelijk Museum, Aalst / Materika, Biennale di Skulptura, Gorizia/Nova Gorica / est ce bien del´art?, Abbaye du Ronceray, Angers / Ball im Kopf, Kult ums Kicken, Museum für Kunst und Gewerbe, Hamburg / Visionenprojekte, Gesellschaft aktueller Kunst, Bremen

2004 Nothingness, Galerie Lendl, Graz / Handlungsanweisungen, Kunsthalle Wien / Reserve der Form, Künstlerhaus, Wien / From above, Galerie Kargl, Wien / Vision einer Sammlung, Museum der Moderne, Salzburg / Bewegliche Teile, Kunsthaus Graz / Galerie Loevenbruck, Paris

2003 Herbarium der Blicke, Bundeskunsthalle, Bonn / Museum moderner Kunst, Sift Admont / Modesty, Skuc Galerija und Moderna Galerija, Ljubljana

2002 Licht(e)wege, Bergpark Wilhelmshöhe, Kassel


Bibliografie (Auswahl)

Abbildungen & Beschreibungen, 2-bändige Puplikation, Triton Verlag, Wien, 1995/96, (Text: Werner Fenz, Rainer Fuchs, Harald Jurkovic, Wolfgang Kos, Franz Niegelhell)

Sachen konkret mit Wirkung ungefähr, Triton Verlag, Wien, 1998, (Text: Konrad Bitterli, Rainer Fuchs, Vitus H. Weh)

Homöopathetisch, Staatliches Museum, Schwerin, 1998/99, (Text: Kornelia Berswordt-Wallrabe, Gerhard Graulich)

Die Kultivierung von Eigensinnigkeit, Saloon Verlag, Köln, 2000, (Text: Sabine Schaschl, Harald Uhr)

Werner Reiterer, Christoph Merian Verlag, Basel 2003 Hg. Sabine Schaschl-Cooper/Kunsthaus Baselland (Text: Brigitte Huck, Rainer Metzger, Werner Reiterer, Sabine Schaschl-Cooper)

Werner Reiterer; Eye Sucks World, Kunsthaus Graz, Verlag Walther König Köln (Text: Stephan Berg, Günther Leising, Peter Pakesch, Werner Reiterer, Marc-Olivier Wahler)

Raw Loop, The Speed Art Museum Louisville, USA/The Contemporary Art Museum, Tampa, USA, 2009 (Text: Gabriele Mackert, Werner Reiterer, Julien Robson, Noel Smith, Georg Weckwerth)

Breath, Belvedere, Wien, 2009 (Text: Agnes Husslein-Arco, Rüdiger Andorfer, Werner Reiterer)


Zeitungen / Zeitschriften (Auswahl)

Mit Beton banalen Dingen Magie geben, Art, Oktober 1993, Hamburg (Text: Alexandra Reininghaus)

Werner Reiterer, Noema, Nr. 48, Juli/August 1998, Wien (Text: Konrad Bitterli)

Pingpong um Halbzehn. Fallenlassen, Steigenlassen: Zu den raumbezogenen Arbeiten von Werner Reiterer, Kunstforum International, Bd. 159 April-Mai 2002, Seite 234-245 (Text: Rainer Metzger)

Nichts Menschliches fremd. Über Werner Reiterers Arbeit am Skulpturalen, Parnass, Wien, II/2004, Mai-August 2004 (Text: Rainer Metzger)

Laughing gas and contingency: Werner, Reiterer CONTEMPORARY, Nr. 73/2005, London (Text: Marc-Olivier Wahler)

Werner Reiterer 36,7° Celsius, Artist, Nr. 65/2005, Bremen

Nicht-Orte und vertikale Erdkilometer, frame 16/17, 2006, Wien (Text: Marlene Proksch)

Werner Reiterer, CONTEMPORARY, Nr. 83/2006, London (Text: Elena Kane)

Atmen Sie noch? Oder sind Sie schon Skulptur?, Frame Nr. 20/2007, Seite 218 – 225, (Text: Gabriele Mackert)