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Chlodwigplatz



Blick in die Haltestelle

Der Haltestelle Chlodwigplatz kommt eine wichtige Verknüpfungsfunktion im Netz des öffentlichen Personennahverkehrs in Köln zu, da die Strecke der neuen Nord-Süd Stadtbahn sich hier mit den oberirdisch verlaufenden Ringlinien kreuzt. Auch in Zukunft wird die Ringlinie weiter oberirdisch geführt, die vorhandene Haltestelle im Karolingerring musste jedoch etwas weiter östlich in den Ubierring verlegt werden. Durch die U-Bahn-Station und die verbesserte Erreichbarkeit wird ein allgemeiner Mobilitätszuwachs für den Chlodwigplatz erwartet, der sich auf die Platzfläche jedoch nicht negativ auswirkt, da die heutige Verkehrssituation durch die U-Bahn entzerrt wird und zu einer Entlastung führt.

Als Vorbedingung für die Planung musste berücksichtigt werden, dass der Chlodwigplatz erst Mitte der 90er Jahre mit Zuschussmitteln umgestaltet wurde und nun nicht erneut grundlegend verändert werden sollte. Zudem waren Nutzungsansprüche an den Platz zu berücksichtigen, die nicht eingeschränkt werden durften: So die alljährliche karnevalistische Aufführung der Begegnung von Jan und Griet vor dem Severinstor und die Anforderungen an die Passierbarkeit der Karnevalswagen, die der Rosenmontagszug mit sich bringt.

Auf Grund des erwarteten hohen Fahrgastaufkommens wurde entschieden, in der Gleisebene einen weitreichenden Raum zwischen den beiden Tunnelröhren aufzubrechen. Der dortige Bahnsteig liegt in rund 17 Meter Tiefe und hat eine Breite von etwa 18,50 Meter.

Es entstanden zwei Verteilerebenen, von denen die nördlich gelegene notwendig wurde, um der Forderung der Denkmalpflege gerecht zu werden und die Achse zur Severinstorburg von Einbauten frei zu halten. Von hier führt eine Treppe westlich des Severinstors ins Freie. Der südliche Bereich des Chlodwigplatzes wird über eine großzügig bemessene, elliptisch geformte Verteilerebene unter dem Kreisverkehr erschlossen. Insgesamt fünf Ausgänge führen von hier an die Oberfläche, zwei davon zur neu erstellten oberirdischen Haltestelle auf dem Ubrierring, zwei zum Karolingerring, einer zur Bonner Straße. Ein Aufzug in Mittellage verbindet die Fahrebene direkt mit der Oberfläche. Tageslicht wird durch eine Reihe von Oberlichtern in die Haltestelle gebracht.


Kunstwerk in der Haltestelle
Das Kunstwerk in der Haltestelle

Künstlerin Katharina Grosse
Katharina Grosse

Kunst in der Haltestelle

Die Expressivität dieser farbgewaltigen Wandmalerei steht in einem faszinierenden Verhältnis zu ihrer klassisch-nüchternen Haltestellen-Umgebung, die – obwohl unter der Erde gelegen – geprägt ist von architektonischer Weitläufigkeit und Transparenz. Grosses raumgreifendes Werk, das seine endgültige Form erst im Prozess des Farbauftrags erhielt, nimmt bei aller Aktualität, die es ausstrahlt, auch Traditionen der Kunstgeschichte auf: So wie die Künstler des Barock die Malerei in die Architektur integrierten, um illusionäre Räume zu schaffen, so erzeugen die flirrenden, sich wechselseitig durchdringenden Farben und Formen den Eindruck einer komplexen, dreidimensional pulsierenden Struktur, die den Blick des Passanten in sich hineinzieht.

Katharina Grosse

Die Beschränkungen des Leinwandformats hat Katharina Grosse (geboren 1961 in Freiburg) schon lange hinter sich gelassen. Für die in Berlin lebende Künstlerin, die zunächst mit Pinsel und Bürste arbeitete, ist mittlerweile die Sprühpistole das wichtigste Werkzeug. Mit ihr verwandelt sie ganze Räume und Fassaden in komplexe Farbwelten. Zwar gibt es in Grosses Wandgemälden formale Anklänge an die Graffititechnik, aber während der Grafitti-Sprayer darauf zielt, einen Ort, ein Territorium zu markieren, geht es Grosse um Entgrenzung: In ihren Werken steckt eine Energie, die den gesetzten Rahmen sprengt und dadurch ein ästhetisches Geschehen entfaltet, das unvorhergesehene Wirkungen erzeugt.