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Ausgrabungen
Severinstraße
Haltestelle Severinstraße
In der ersten Hälfte des 1. Jahrhunderts n.Chr. entwickelte sich beiderseits der römischen Fernstraße Köln-Bonn ein Wohn- und Gewerbeviertel. Nach der Gründung der römischen Kolonie 50 n.Chr. ging die Besiedlung im südlichen Suburbium der antiken Stadt auf. Um die Wende vom 1. zum 2. Jahrhundert n.Chr. wurden die Holz- und Fachwerkhäuser schrittweise durch Steinbauten ersetzt. Die städtisch geprägte römische Vorstadt, die nach Süden bis an die Linie Perlengraben / An St. Katharinen reichte, war bis zur zweiten Hälfte des 3. Jahrhunderts n.Chr. besiedelt und durch Straßen planmäßig in rechteckige Baublöcke aufgeteilt. Die Ruinen wurden im 4. Jahrhundert n.Chr. als Friedhofsfläche genutzt.
Während der Merowinger- und Karolingerzeit lassen sich südlich der römischen Stadtmauern keine Siedlungspuren nachweisen. Die schriftliche Ersterwähnung der mittelalterlichen Vorstadt Oversburg (oder Airsbach) stammt aus einer verfälschten Urkunde des Jahres 948. Seit der Stadterweiterung von 1106 war Oversburg Teil der mittelalterlichen Stadt. Der Bau der Befestigungsanlage von 1106 setzt schützenswerten Baubestand voraus, also ein bereits hochentwickeltes, ertragreiches Viertel. Die aus Wall und Graben bestehende Befestigung ist archäologisch noch weitgehend unerforscht. In der Baugrube der Haltestelle Severinstraße werden die Fundamente der Johannispforte, eines der Haupttore der Stadt des frühen 12. Jahrhunderts erwartet.
Nachdem der Bau der zweiten mittelalterlichen Stadtmauer (begonnen 1180) vollendet war, wurden im südlichen Vorfeld der verteidigungstechnisch nun überflüssigen Johannispforte profane und kirchliche Bauten errichtet. Der Wall wurde eingeebnet und der feldseitige Graben im Verlauf der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts wieder aufgefüllt. Auf den neugewonnen Flächen werden St. Katharina und die Elendskirche errichtet; andere Teilflächen blieben der Abwasserentsorgung vorbehalten (Katharinen- und Perlengraben).