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Ausgrabungen
Bonner Straße zwischen Anfahrschacht Rolandstraße und Marktstraße
Baugrube Rolandstraße bis Marktstraße
Der südliche Streckenabschnitt der Nord-Süd Stadtbahn Köln wird teilweise in offener Bauweise errichtet. Die Bonner Straße folgt dem Damm der römischen Fernstraße nach Bonn. Zu beiden Seiten der antiken Trasse liegen Brand- und Körperbestattungen des vom 1. bis 4. Jahrhundert n.Chr. belegten römischen Friedhofs südlich der CCAA.

Hinweise auf römische Gutshöfe (Villae rusticae) oder eine dorfartige Siedlung (Vicus) liegen nicht vor. Nur am Abzweig der Sechtemer Straße (früher Raderbergerstraße) deutet eine ältere Fundmeldung auf eine römische Ziegelei. Im Mittelalter wurde das Gelände im Bereich des heutigen Großmarkts ‚Judenbüchel' und ‚Am Toten Juden' genannt. Auf dem Judenbüchel bestattete die jüdischen Gemeinde von Köln ihre Verstorbenen spätestens seit dem 12. Jahrhundert. Im späten 17. Jahrhundert wird der jüdische Friedhof ins rechtsrheinische Deutz verlegt. Der Friedhof auf dem Judenbüchel fiel dem Bau der preußischen Festung ‚Großfürst Nikolaus' 1819-1821 weitgehend zum Opfer. Die Festung ‚Großfürst Nikolaus' wurde 1911 gesprengt und eingeebnet. 1882-1890 wurde ein Wall-Graben-System angelegt, das die Trasse südlich des Bonner Walls quert. Auf dem Gelände des preußischen Forts errichtete man Anfang des 20. Jahrhunderts den Güterbahnhof und die Großmarkthalle. Damals wurden die Spuren des jüdischen Friedhofs zerstört.